Meine Erfahrungen mit kooperativen Videospielen (Koop-Spielen) sind vielfältig. Mit guten Freunden aus meinem Studium treffe ich mich regelmäßig über die Macht des Internets zu entspannten Spieleabenden zu zweit, dritt oder viert. Dabei liegt unser Fokus weniger auf dem tatsächlichen Gameplay, als auf dem gemeinsamen Austausch und Gequatsche. Es ist eine schöne Art zusammenzukommen – in der Fantasiewelt eines Videospiels – und gemeinsam Abenteuer zu erleben, während wir über alles Mögliche reden, was uns gerade beschäftigt oder in den Sinn kommt.

Mit meiner Frau probiere ich regelmäßig Koop-Spiele für zwei Personen aus, die ein wenig mehr Konzentration von beiden Parteien erfahren. Im Rahmen verschiedener Familientreffen stellten wir fest, dass die Mischung aus zwei Zuschauern und zwei wechselnden Spielenden ein optimales Verhältnis von Spielfokus und gespanntem Zusehen war.

Im Rahmen des gemeinsamen Spielens dieser Koop-Titel mussten wir oft feststellen, dass viele Videospiele nicht besonders geeignet für Besuch mit Kindern waren. Dementsprechend haben wir uns in vielen amüsanten Spielesessions auf den Weg gemacht um fünf Koop-Spiele zu finden, die auch für Kinder ab zwölf Jahren freigegeben sind. Im Folgenden eine Auflistung unserer schönsten Koop-Videospiel-Erlebnisse:

Never Alone

Never Alone ist ein niedlicher 2-D-Puzzle-Platformer, der in ewigen Eis Alaskas spielt. Protagonistin ist Nuna, ein Iñupiat-Mädchen (Iñupiat = Ureinwohner Alaskas), dass zusammen mit einem Polarfuchs die Geschichte einer alten Iñupiat-Sage durchlebt.

Im Spiel können jeweils Nuna und der Polarfuchs von einzelnen Mitspielern gesteuert werden. Das kooperative Zusammenspiel beinhaltet klassische Platformer-Passagen sowie Rätsel-Element, die nur im gemeinsamen Finden des Lösungswegs bewältigt werden können. Nebenbei lernt man eine ganze und spannende Menge über die Kultur und die Geschichte der Iñupiat.

Die Steuerung ist unkompliziert und dementsprechend leicht zu erlernen. Die Puzzle-Elemente sind verhältnismäßig simpel – wir haben an keiner Stelle länger als ein paar Minuten gerätselt. Allerdings ist für unerfahren SpielerInnen das präzise Ausführen der jeweiligen Lösungswege stellenweise recht anspruchsvoll.

Für weitere Informationen sei diese Spielebeurteilung zu Never Alone auf spielbar.de empfohlen.

Trine 2

Der zweite Teil der Trine-Reihe gehört ebenfalls zum Genre der 2-D-Puzzle-Platformer und spielt in einer quietschbunten Märchenwelt. Drei Protagonisten – eine Diebin, ein Zauberer und ein Ritter – durchleben gemeinsam ein episches Abenteuer.

Das Gameplay besteht hauptsächlich aus Rätseln, die sich durch die Kombination der verschiedenen Charakterfähigkeiten lösen lassen. So kann der Zauberer beispielsweise einen Planke oder einen Würfel beschwören und Gegenstände zum schweben bringen. Die Diebin kann Pfeile verschießen und sich mit Hilfe ihres Enterhakens an bestimmten Oberflächen entlang hangeln oder schwingen. Der Ritter bietet seinen Mitstreitern Schutz durch seinen großen Schild und ist in der Lage, durch den Einsatz seines Schwertes Hindernisse aus dem Weg zu räumen und Gegner zu bekämpfen.

Im Koop-Spiel von Trine 2 müssen durch geschicktes Wechseln der jeweils zwei aktiven Spielfiguren die Fähigkeiten der Protagonisten so kombiniert werden, dass beide die entsprechenden Hindernisse überqueren oder Rätsel lösen können.

Die Steuerung ist schnell zu erlernen, jedoch kann die schiere Fülle der Interaktionsmöglichkeiten in der Spielwelt anfangs überfordernd wirken. Viele Rätsel haben keinen klaren Lösungsweg, sondern lassen auch experimentelle Lösungen zu, die nicht immer zwangsläufig von den Spielentwicklern intendiert erscheinen.

Für weitere Informationen sei diese Spielebeurteilung zu Trine 2 auf spielbar.de empfohlen.

Portal 2

Portal 2 ist ein 3-D-Puzzle-Plattformer mit einem so simpel wie genialen Spielprinzip. Der Spieler kann mit einer „Portal-Gun“ ein orangenes und ein blaues Portal auf bestimmte Oberflächen an Decken, Wänden oder Boden werden. Geht es beispielweise in das orangene Portal hinein, kommt er aus dem blauen Portal wieder heraus. Und umgekehrt. Und noch so viel mehr.

Im Spiel müssen zwei Roboter verschiedene Testkammern durchlaufen und dabei jeweils den Ausgang erreichen. Die Herausforderung besteht im sinnvollen Einsatz der Portale. Die Level sind dabei hervorragend auf kooperatives Spiel ausgelegt und fordern gegen Ende eine gute Kenntnis der gemeinsamen Kombinationsmöglichkeiten.

Die Steuerung ist präzise und simpel, allerdings kann die 3-D-Umgebung ungeübten Spielern einige Schwierigkeiten bereiten. Ohne Vorerfahrung in dieser Art von Steuerung sind einige Sprungpassagen nahezu unmöglich zu schaffen. Der Schwierigkeitsgrad der Rätsel ist gefühlt perfekt – wir haben nie länger als zehn Minuten an einer Testkammer rumhirnen müssen, bis uns die Lösung wie Schuppen von den Augen fiel und wir uns (bis zur nächsten Testkammer) wahnsinnig klug fühlten.

Für weitere Informationen sei diese Spielebeurteilung zu Portal 2 auf spielbar.de empfohlen.

Overcooked 2

Overcooked 2 ist eine spaßige Kochsimulation für bis zu vier Spieler. Die Abläufe einer Großküche wie „Schnippeln“, „Kochen“, „Anrichten“ oder „Abwaschen“ müssen unter Zeitdruck im spaßigen Miteinander bewältigt werden.

Jeder Spieler steuert dabei einen Koch in Comic-Optik und teilt sich die Küche mit seinen Mitspielern. Die möglichst schnell zubereitenden Gerichte verlangen dabei nach effektiver Zusammenarbeit. Letztendlich ist gute Kommunikation der Schlüssel zum Erfolg – die eigentliche Steuerung der Köche ist recht simpel und lediglich durch die Hektik des Geschehens herausfordernd.

Der Schwierigkeitsgrad zieht stetig an und wird gegen Ende des Spiels recht knackig. Durch die Bewertungen jedes Levels haben diese allerdings einen hohen Wiederspielwert – wir waren im Test stets motiviert, die mögliche Drei-Sterne-Wertung abzuräumen und entsprechend viele Versuche einzukalkulieren.

Für weitere Informationen sei diese Spielebeurteilung zu Overcooked 2 auf spieleratgeber-nrw.de empfohlen.

Unravel 2

Unravel 2 ist ein 2-D-Puzzle-Platformer mit beeindruckender Grafik. Zwei niedliche „Yarnys“ (kleine Wesen aus Wollfäden) machen sich auf einen langen und beschwerlichen Nachhauseweg, nachdem Sie schiffbrüchig an einem Strand zueinander finden.

Beide Yarnys werden im lokalen kooperativen Modus von jeweils einem Spieler gesteuert. Diese sind durch einen Faden miteinander verbunden und können sich so bei verschiedenen klassischen Platformer-Herausforderungen wie Springen, Schwingen oder Klettern gegenseitig assistieren.

Die Steuerung ist zwar simpel aber stellenweise etwas herausfordernd, so dass komplette Platformer-Neulinge sicherlich etwas Eingewöhung brauchen werden. Die Lösung zur Überwindung der Hindernisse stützt sich in der Regel auf die Kombination der Fähigkeiten beider Yarnys, so dass bei unserem Spiel ein regelrechter kooperativer Flow aufkam.

Für weitere Informationen sei diese Spielebeurteilung von Unravel Two auf spieleratgeber-nrw.de empfohlen.