In der Reihe Recherche veröffentliche ich regelmäßig meine Fundstücke zum Thema Videospiele und Schule. Die hier vorgestellten Informationen dienen meiner Weiterbildung und sind ebenso interessant für Eltern und Pädagogen, die sich mit den Thema auseinander setzen wollen.

Tobias Hübner ist Lehrer für katholische Religionslehre und Deutsch am Luisen-Gymnasium in Düsseldorf. Auf medienistik.de veröfentlicht er didaktische Materialien zum Thema „Innovative Unterrichtsmaterialien fürs digitale Zeitalter“.

Sein Themenheft Medientheorie gibt eine Einführung in das Thema Medienkritik und schlägt den Bogen zum Einsatz von digitalen Medien im Deutschunterricht. Er schließt mit eigenen Gedanken zum Umgang von Eltern in Bezug auf Medienerziehung:

Für viele Eltern sind die Neuen Medien ein zweischneidiges Schwert. Einerseits freuen Sie sich, dass ihr Kind schon früh die vielzitierte Medienkompetenz im Umgang mit Computer und Internet erhält, andererseits fürchten sie, dass der Nachwuchs zu viel Zeit vor dem Bildschirm verbringt und über die Neuen Medien mit Inhalten konfrontiert wird, die man ihm selbst nie zumuten würde.

Das oberste Ziel einer Medienerziehung muss es daher sein, Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung vom Medienkonsumenten zum mündigen Nutzer bzw. sogar zum Produzenten eigener Inhalte zu begleiten und zu unterstützen. Um diese Aufgabe erfüllen zu können, sollte man folgende Punkte beachten:

1.) Der Jugendschutz ist nicht länger Aufgabe des Gesetzgebers, sondern der Bildungseinrichtungen und des Elternhauses. Bis vor wenigen Jahren waren bestimmte Medieninhalte aufgrund gesetzlicher Bestimmungen für Kinder nur sehr schwer zugänglich; im Internet können diese Gesetze allerdings spielend leicht umgangen werden. Kinder müssen also lernen, selbst Verantwortung für ihren Medienkonsum zu übernehmen.

2.) Medieninhalte sind zunehmend kommerzielle Inhalte. Kinder und Jugendliche müssen darüber aufgeklärt werden, dass die meisten Medientrends ein kommerzielles Interesse verfolgen, das nicht immer ihrem eigenen Wohl dient. Sprechen Sie daher mit Ihrem Kind so oft wie möglich darüber, wie Medieninhalte entstehen und welche Ziele sie verfolgen.

3.) Der Traum von Bertolt Brecht, das Radio in einen Apparat zu verwandeln, der den Zuhörer nicht nur hören, sondern auch sprechen macht, ist mit dem Internet in Erfüllung gegangen. Ermutigen Sie Ihr Kind deshalb zur gesellschaftlichen Teilhabe durch die Produktion einfacher Medieninhalte und leisten Sie so gleichzeitig einen Beitrag zur Demokratieerziehung.

Tobias Hübners kostenloses Themenheft ist eine in jeder Hinsicht empfehlenswerte Lektüre und sei allen interessierten Eltern und Pädagogen als Einstiegsliteratur wärmstens empfohlen.