Assassin’s Creed Origins (Details zum Spiel auf Wikipedia) erschien 2017 für Konsolen und PC. Die so genannte Assassin’s Creed Origins: Entdeckungstour wurde als Gratis-Spielinhalt Anfang 2018 freigeschaltet und kann auf dem PC auch als eigenständiges Spiel erworben werden.

Die Entdeckungstour ist ein Spielmodus, der das Gameplay von Assassin’s Creed Origins in signifikanter Weise verändert: Die historische Spielwelt des alten Agyptens lässt sich komplett frei erkunden, es gibt keine Gegner, Konflikte und keine Quests. Dafür haben SpielerInnen die Möglichkeit, von Historikern und Ägyptologen geführte Touren auszuwählen und so interessante Details über das minutiös nachgebaute alte Ägypten zu erfahren.

Ursprung der Origins-Entdeckungstour

Der Entdeckungstour-Modus von Origins wurde von Entwickler Ubisoft auf Nachfrage verschiedener Schulen entwickelt. Die Spielwelten der Assassin’s Creed Serie zeichnen sich seit jeher durch eine historisch akurate und detaillierte offene Spielwelt aus, was die Spiele besonders für den Geschichtsunterricht in Schulen interessant macht. Bisher war es jedoch nur schwer möglich, die für Assassin’s Creed typischen Kämpfe und Konflikte zu umgehen, die in ihrer expliziten Gewaltdarstellung keinen Platz im Klassenzimmer haben.

Als Antwort darauf konzipierten die Entwickler der Entdeckungstour eine Version des Spiels, die jegliche pädagogisch problematischen Inhalte des Spiels entfernt und dennoch das freie Erkunden des Spielwelt ermöglicht. Im Zusammenarbeit mit Historikern wurden zudem geführte Touren in die Spielwelt implementiert, die auf spielerische Weise Wissen über das alte Ägypten vermitteln sollen.

Eigene Gedanken zur Origins: Entdeckungstour

Ich spiele momentan das Hauptspiel Assassin’s Creed Origins und nebenbei die Entdeckungstour mit meiner Frau. Wir suchen uns je nach Freizeit eine entsprechend lange Tour aus und tauschen uns dann über die neu erlernten Ägypten-Fakten aus. Da meine Frau keine Erfahrung mit der Steuerung von Figuren in dreidimensionalen Spielwelten hat, steuere ich die Spielfigur. Hin und wieder verlassen wir den vorgegebenen Entdeckungstour-Pfad um für eine bessere Aussicht auf ein entsprechendes Gebäude zu klettern oder ein ein Spielareal genauer zu erkunden.

Insgesamt scheint die Origins Entdeckungstour perfekt für unsere Konstellation zu funktionieren. Durch unsere Gespräche merken wir schnell, wenn uns bestimmte Fakten noch unklar sind oder wir sogar verschiedener Meinung über das sind, was wir gerade gehört haben. Dann sprinten wir schnell zurück zum letzten Punkt der Tour und können nochmal nachlesen. Der gegenseitige Austausch sorgt in diesem Fall für ein tieferes Verständnis des für uns beide komplett neuen Themenfeldes.

Die Origins: Entdeckungstour im Geschichtsunterricht

Nach meinen eigenen Erfahrungen mit der Entdeckungstour kann ich mir einen sinnvollen Einsatz im Geschichtsunterricht sehr gut vorstellen. Es gibt genug Touren, dass beispielweise kleine Teams von zwei bis drei SchülerInnen jeweils zu einer Tour Informationen für ein Referat zusammentragen können. Oder einfach nur sammeln, was für sie die spannendsten Entdeckungen waren.

Was die offene Spielwelt angeht, wäre es zudem interessant, ganz gezielt nicht die Touren abzuschreiten. Die vielen kleinen Details des Spiels laden zum Entdecken ein und erzählen oft ganz eigene Anekdoten. Warum trägt dieser Arbeiter Steine? Wo werden die hergestellt, und wie? Wo werden sie hingetragen? Was wird damit gebaut? Auch diese offenere Auseinandersetzung mit der Spielwelt von Assassin’s Creed Origins kann die Neugier zum Thema Ägypten befeuern und spannende Fragen aufwerfen.

Assassin’s Creed Origins: Entdeckungstour Launch Trailer

Vortrag: Verstehen, was unsere Kinder spielen