Keep Talking and Nobody Explodes habe ich über einen Podcast entdeckt (Mehr zum Spiel auf keeptalkinggame.com) und an einem unvergesslichen Silversterabend stundenlang mit meiner Frau gespielt. Daraufhin brachte ich das Spiel zu einem Besuch bei ihrem Cousin mit und gemeinsam entschärften wir jeweils in Zweier-Teams unter großem Gestammel und Gelächter jede Menge Bomben.

Grundzüge des Spiels

Das Spiel ist schnell erklärt: Ein Spieler hat eine (englischsprachiges) Rätselanleitung ausgedruckt vor sich liegen und darf den Bildschirm nicht sehen. Spieler zwei sitzt vor dem Bildschirm und darf wiederum die Anleitung nicht sehen. Durch Kommunikations-Teamwork müssen nun verschiedene Komponenten einer Bombe entschärft werden. Jede Komponente steht dabei für eine bestimmte Form von Logik-Rätsel. Das so genannte Bomb Defusal Manual kann dabei kostenlos eingesehen und heruntergeladen werden. Während diese Rätsel gelöst werden, tickt die Bombe stetig der Explosion entgegen und gibt somit die Zeit vor.

Keep Talking and Nobody Explodes in der Schule?

Ähnlich wie bei unseren Gedanken zum Rätselspiel „The Witness“ steht bei Keep Talking and Nobody Explodes logisches Denken im Vordergrund. In diesem Fall kommt sowohl die englische Sprache als auch die zwingende und möglichst klare Kommunikation erschwerend hinzu. Das Spiel eignet sich dadurch in unseren Augen eher für Oberstufenschüler im Fach Englisch.

Für die Einbindung im Unterricht müsste das Vokabular der Spielanleitung im Vorhinein erarbeitet sowie das Verständnis der einzelnen Logikrätsel sichergestellt werden. Für das eigentliche Spielen von Keep Talking and Nobody Explode fällt uns folgendes Szenario ein.

Das Spiel wird vor dem gesamten Kurs gespielt und jeweils zwei SchülerInnen sind aktiv beteiligt. Der Rest der Klasse analysiert das jeweilige Vorgehen und gibt nach einer Runde Vorschläge, wie man die Kommunikation der Teammitglieder verbessern kann oder wodurch eventuelle Missverständnisse entstanden sind.

Gemeinsam wird am Beispiel der einzelnen Spielrunden daraufhin eine Anleitung zur möglichst klaren Kommunikation im Spielkontext erarbeitet. Was sind relevante Informationen, was nicht? Welche Wortwahl ist dabei sinnvoll, welche nicht? Wie kann die Kommunikation zeitlich auf ein Minimum beschränkt werden? Durch die Erarbeitung dieser Spielregeln sollte es Möglich sein, auch höhere Level des Spiels zu meistern.

Auch hier bietet es sich an, die gewonnenen Erkenntnisse in einem entsprechenden Forum der Gaming-Community zur Verfügung zu stellen. Ein Übertrag der Ergebnisse auf die Kommunikation in anderen Kontexten würde das Thema in unseren Augen sehr gut abschließen.

Praxistext ausstehend

Die obigen Gedanken sollen über kurz oder lang mit Hilfe von Kollegen aus der Schule umgesetzt werden. Sobald wir eine entsprechende Unterrichtsreihe erprobt haben, werde ich hier darüber berichten.

Vortrag Videospiele: Verstehen, was unsere Kinder spielen